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37°: Nur das beste für mein Kind Link zur Sendung in der… - Lehrer-Ecke

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Previous Entry Jul. 21st, 2010 @ 07:25 pm Next Entry
37°: Nur das beste für mein Kind

Link zur Sendung in der ZDF-Mediathek

Eine Reportage über frühkindliche Förderung, die mich etwas erschreckt hat. Ich kann verstehen, dass Eltern versuchen, ihren Kindern einen möglichst guten Start ins Leben zu ermöglichen und dafür Sorge tragen wollen, dass Kinder so viel wie möglich lernen. Allerdings wird der Begriff "lernen" in unserer Gesellschaft für meinen Geschmack zu klein gefasst und bezieht sich in der Regel auf verschultes Lernen.

Nimmt man Kindern, die zwar im Kindergartenalter schon chinesische Schriftzeichen beigebracht kommen, aber deshalb keine Zeit mehr haben, etwas draußen zu machen, nicht einen wichtigen Erfahrungsbereich weg? Schrenken diverse Kurse, in denen Kindergartenkinder verkopft lernen sollen, nicht die Zeit ein, die Kinder eigentlich brauchen, um die Welt um sie herum entdecken und begreifen zu können? Wie wichtig ist es, im Kindergarten schon mit Computern "vertraut gemacht" zu werden?

Das ist das Gegenteil von den Eltern, die ihre Kinder dem Fernseher überlassen und damit den Raum für das begreifen und verstehen der Umwelt sicher noch mehr einschränken, aber mich erschrecken trotzdem Kindergartenkinder, die sich wie kleine Erwachsene verhalten und so reden, genauso sehr.
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From:ickkoofnix
Date:July 22nd, 2010 11:53 am (UTC)
(Link)
Danke für den Hinweis auf die Sendung. Ich habe sie gestern abend noch gesehen, konnte dann aber eigentlich keinen besseren Kommentar als deinen erdenken.
Nun wollte ich aber dennoch meine Erschrockenheit ausdrücken, obwohl ich dies tagtäglich erlebe.
Erstmal würde ich gerne etwas zu der Darstellung der Sendung sagen, denn obwohl hier ja offensichtlich sehr engagierte (lassen wir jetzt mal weitere Wertungen außen vor) Eltern vorgestellt werden, die ihrer Meinung nach nur das beste für ihre Kinder wollen, so sollte trotzdem auf Richtigkeit geachtet werden.
Die Nelsen-Mandela-Schule ist eine von mehreren staatlichen Schulen, die in Berlin ein bilinguales oder englischsprachiges Programm anbieten. Außer dieser Schule gibt es auch noch die John F. Kennedy Schule, zum Beispiel. An der Nelson-Mandela Schule werden Schüler mit Deutsch oder Englisch als Muttersprache aufgenommen. Was hier nicht erwähnt wurde ist die Tatsache, dass nur Kinder die als Muttersprache Englisch angemeldet wurden, getestet werden.

Vielleicht ist das auch nicht so schlimm.

Als Lehrerin an einer internationalen Schule möchte ich aber auch sagen, dass nicht alle Eltern so sind. Internationale Schulen haben normalerweise zwei Zielgruppen: Die "expatriates", die in der jeweiligen Umgebung wohnen/leben, und die "normalen" Bürger, die eine internationale Ausbildung wünschen. Mit solchen Schulen, wie mit allen privaten Schulen, sollte man vorsichtig sein. Es gibt offensichtlich große Nachfrage nach Alternativen zur staatlichen Schule, sowie nach der Entwicklung der englischen Sprache. Was aber oft vergessen wird bei der Auswahl ist die eigentliche Bildung. An meiner Schule wird darauf hingewiesen, dass die Unterrichtssprache zwar Englisch ist, die Entwicklung der jeweiligen Muttersprache und der Gastlandsprache auch wichtig sind. Wir bieten das PYP (Primary Years Programme des International Baccalaureate) an, welches die ganzheitliche Bildung und Entwicklung der Kinder fördert. In der Grundschule geht es nicht um "die besten", wir benoten nicht, und vor allem denken wir auch noch nicht an das spätere Studium. Wir wollen, dass die Kinder ihre natürliche Neugier nicht verlieren, und dass sie "international-minded learners" werden.

Ja, und sicher sind auch da Eltern dabei, die das alles nicht für so wichtig sehen. Aber trotzdem wollte ich das noch dazu sagen!
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